
Hagebutte im Überblick: Wie sich Pulver, Tee und Hagebuttenkernöl hinsichtlich Inhaltsstoffen, Verarbeitung und Lebensmittelmatrix unterscheiden.
Geschrieben von Dario
Fachberater für holistische Gesundheit (AKN)®
Die Hagebutte hat bereits einen bemerkenswerten Rollenwechsel hinter sich.
Im Frühsommer beginnt sie als Rosenblüte, im Herbst steht sie als leuchtend rote Frucht am Wegesrand – etwas weniger romantisch, dafür mit deutlich mehr Substanz.
Unter ihrer roten Schale verbirgt sich eine vielfältige Mischung aus Vitamin C, Carotinoiden, Phenolverbindungen, Ballaststoffen und Fruchtsäuren.
Die eingeschlossenen Kerne bringen wiederum ein Öl mit, das reich an ungesättigten Fettsäuren ist.
Es überrascht daher nicht, dass Hagebutten sowohl in Lebensmitteln als auch in Nahrungsergänzungen und Kosmetikprodukten auftauchen.
Aber kommt Schönheit tatsächlich von innen – und kann ausgerechnet die Hagebutte dabei helfen?
Die wissenschaftliche Antwort ist weniger werbewirksam, aber interessanter: Haut, Bindegewebe und Kollagenstoffwechsel sind auf eine ausreichende Versorgung mit verschiedenen Nährstoffen angewiesen. Vitamin C besitzt dabei eine klar belegte Funktion. Die Hagebutte kann viel davon enthalten, doch Sorte, Reife, Lagerung und Verarbeitung verändern ihre Zusammensetzung teilweise erheblich. Für eine sichtbare Verschönerungswirkung der ganzen Frucht gibt es bislang nur eine kleine Humanstudie.
Hagebutten sind damit kein essbarer Schönheitsfilter. Sie sind vielmehr ein bemerkenswert vielfältiges Lebensmittel – und gerade deshalb einen genaueren Blick wert.
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Als Hagebutten werden die Früchte verschiedener Wild- und Kulturrosen bezeichnet.
In Europa stammt ein großer Teil der verwendeten Hagebutten von der Hundsrose, botanisch Rosa canina. Auch Arten wie Rosa rugosa, Rosa villosa oder Rosa rubiginosa werden genutzt.
Botanisch ist die Hagebutte keine gewöhnliche Beere.
Ihr rotes Fruchtfleisch entsteht überwiegend aus dem fleischig gewordenen Blütenbecher, dem sogenannten Hypanthium. Im Inneren befinden sich zahlreiche kleine, harte Nussfrüchte, die Achänen. Was im Alltag als „Hagebuttenkerne“ bezeichnet wird, sind somit streng genommen die eigentlichen Einzelfrüchte [1, 4].
Zwischen ihnen sitzen feine, steife Härchen.
Diese haben schon Generationen von Schulkindern zu zweckentfremdetem „Juckpulver“ inspiriert.
Bei der häuslichen Verarbeitung frischer Hagebutten sollten Kerne und Härchen sorgfältig entfernt beziehungsweise die Masse fein passiert werden.
Auch chemisch unterscheiden sich die Fruchtteile. Im roten Fruchtfleisch konzentrieren sich vor allem Vitamin C, Carotinoide und viele Flavonoide. Die Kerne enthalten weniger Vitamin C, dafür aber Öl, Fettsäuren, bestimmte Phenolsäuren und weitere fettlösliche Bestandteile [2, 6–8].
Hagebutten bestehen nicht aus einem einzelnen „Superwirkstoff“. Ihre Besonderheit liegt vielmehr in der Kombination verschiedener Stoffgruppen:
Hinzu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor sowie kleinere Mengen verschiedener Spurenelemente. Wie viel davon tatsächlich enthalten ist, hängt, wie bereits erwähnt, von der Rosenart, dem Standort, dem Reifegrad und dem untersuchten Fruchtteil ab. [3, 15].
Hagebutten zählen zu den vitamin-C-reichen Früchten.
In einzelnen Analysen wurden im frischen Fruchtfleisch mehrere Hundert Milligramm Ascorbinsäure pro 100 Gramm gemessen. Eine Untersuchung verschiedener Rosenarten fand beispielsweise Werte zwischen rund 386 und 736 Milligramm pro 100 Gramm frischem Fruchtfleisch. In der Literatur werden je nach Art und Herkunft noch deutlich größere Spannweiten beschrieben [2].
Vitamin C ist wasserlöslich und empfindlich gegenüber Sauerstoff und längerer Hitzeeinwirkung. Beim Trocknen, Kochen und Lagern können deshalb erhebliche Verluste auftreten.
Ein rotes Pulver ist nicht allein aufgrund seiner Farbe automatisch eine ergiebige Vitamin-C-Quelle.
Für die ernährungsphysiologische Bewertung zählt am Ende nicht, wie viel Vitamin C theoretisch in einer frisch gepflückten Wildfrucht vorkommen könnte, sondern wie viel im konkreten Lebensmittel zum Ende seiner Haltbarkeit tatsächlich vorhanden ist.
Kollagen ist das unsichtbare, elastische Gerüst unseres Körpers. Als wichtiges Strukturprotein sorgt es überall dort für Stabilität, wo Festigkeit gefragt ist: in unserer Haut, im Bindegewebe, in den Blutgefäßen, in den Knorpeln, in den Knochen und in den Zähnen.
Damit der Körper dieses Protein herstellen kann, müssen bestimmte Aminosäuren enzymatisch umgebaut werden – und dafür ist ein entscheidender Helfer notwendig: Vitamin C. Es fungiert hierbei als sogenannter Cofaktor, ohne den die Produktion sprichwörtlich ins Stocken gerät.
Weil diese Verbindung so eng ist und gut erforscht wurde, gibt es in der Europäischen Union bei entsprechender Menge eine offiziell zugelassene gesundheitsbezogene Aussage: “Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei”.
Dieser Claim darf jedoch nur für Lebensmittel verwendet werden, die die gesetzlichen Mindestanforderungen an eine Vitamin-C-Quelle erfüllen [9].
Ob ein konkretes Hagebuttenprodukt diese Voraussetzung erfüllt, hängt von seinem tatsächlich vorhandenen Vitamin-C-Gehalt ab.
Sie beschreibt eine grundlegende, gesunde Funktion des Körpers. Wenn du bereits ausreichend versorgt bist, gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass noch mehr Vitamin C die Haut glatter werden lässt.
Kollagenbildung ist eben ein echtes Teamprojekt. Da das Protein selbst aus Aminosäuren besteht, benötigt dein Körper für den Aufbau neben Vitamin C auch Bausteine aus Eiweiß und ausreichend Energie.
Wie so oft im Bereich der ganzheitlichen Gesundheit spielen auch hier viele Faktoren eine Rolle: guter Schlaf, der Hormonhaushalt, das Alter, die Genetik und äußere Umwelteinflüsse entscheiden mit darüber, wie wohl sich unsere Haut fühlt.
Eine kleine randomisierte Studie untersuchte ein standardisiertes Hagebuttenpulver bei 34 Frauen und Männern über einen Zeitraum von acht Wochen.
Dabei wurden Veränderungen bei Faltentiefe, Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität beobachtet [10].
Aufgrund der kleinen Stichprobe und des Studiendesigns lassen sich daraus jedoch keine allgemeinen Aussagen über Hagebuttenpulver oder Hagebutten als Lebensmittel ableiten.
Hagebutte zählt definitiv zur exotischen Vielfalt eines Speiseplans.
Denn am Ende des Tages gilt: Unsere Haut liest schließlich nicht nur eine einzelne Zeile der Nährwerttabelle.
Analytisch nachgewiesen wurden unter anderem:
Einige Carotinoide, insbesondere Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, können im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden.
Wie viel Provitamin A eine konkrete Portion Hagebutte oder Hagebuttenpulver tatsächlich liefert, hängt vom Carotinoidgehalt und von der aufgenommenen Menge ab.
Enthält ein Lebensmittel Vitamin A in einer Menge, die die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Vitamin-A-Quelle erfüllt, darf dafür unter anderem die zugelassene Aussage verwendet werden:
„Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.“
Carotinoide sind fettlöslich. Ihre Aufnahme kann durch etwas Fett in der Mahlzeit verbessert werden.
Gleichzeitig reagieren einige Carotinoide empfindlich auf Licht, Sauerstoff und hohe Temperaturen.
In einer Untersuchung von Hagebuttensaftpulvern ließ sich Lycopin beispielsweise nur im nicht pasteurisierten, gefriergetrockneten Pulver ohne Trägerstoff nachweisen. In anderen Varianten war es durch Saftgewinnung, Pasteurisierung oder Trocknung stark vermindert beziehungsweise nicht mehr messbar [5].
Auch hier zeigt sich, dass Verarbeitung und Herstellungsverfahren die Zusammensetzung eines pflanzlichen Lebensmittels deutlich verändern können.
Hagebutten enthalten verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole.
Dazu gehören Flavonoide wie:
Daneben wurden unter anderem Gallic-, Chlorogen-, Kaffee-, Ferula- und p-Cumarsäure nachgewiesen [2, 4, 16]. Fruchtfleisch und Kerne besitzen dabei unterschiedliche Profile. In manchen Untersuchungen enthielten die Kerne mehr bestimmte Phenolsäuren, während das Fruchtfleisch höhere Mengen zahlreicher Flavonoide und Carotinoide aufwies.
Für die Pflanze erfüllen diese Verbindungen verschiedene Aufgaben. Sie können zum Schutz vor UV-Strahlung, Krankheitserregern und Fraßfeinden beitragen oder an Farbgebung und Signalprozessen beteiligt sein.
In chemischen Testsystemen zeigen Hagebuttenextrakte häufig eine antioxidative Aktivität.
Dabei können enthaltene Verbindungen reaktive Moleküle abfangen oder Oxidationsreaktionen beeinflussen [1, 3, 14].
Sekundäre Pflanzenstoffe bleiben wichtige Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel.
Die harten Achänen machen je nach Art und Frucht einen beträchtlichen Teil der Hagebutte aus. Lange wurden sie bei der Verarbeitung hauptsächlich als Reststoff betrachtet. Tatsächlich besitzen sie eine eigenständige Zusammensetzung.
Das aus den Kernen gewonnene Hagebuttenkernöl enthält überwiegend ungesättigte Fettsäuren.
Besonders häufig finden sich:
In verschiedenen Untersuchungen stellte Linolsäure meist die mengenmäßig wichtigste Fettsäure dar, gefolgt von Alpha-Linolensäure und Ölsäure [6–8].
Das Öl enthält außerdem Tocopherole und Phytosterine. Tocopherole gehören zur Vitamin-E-Familie und schützen das empfindliche, mehrfach ungesättigte Öl unter anderem vor Oxidation.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Fruchtpulver und Öl: Vitamin C ist wasserlöslich und befindet sich überwiegend im Fruchtfleisch. Reines Hagebuttenkernöl ist deshalb keine nennenswerte Vitamin-C-Quelle. Umgekehrt enthält ein weitgehend entfettetes Schalenpulver nur wenig von den kernständigen Fettsäuren.
Das rote Fruchtpulver und das goldgelbe Kernöl stammen zwar aus derselben Pflanze, sind aber keine ernährungsphysiologischen Zwillinge.
Hagebuttenkernöl wird häufig äußerlich als kosmetisches Öl eingesetzt. Aufgrund seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren ist es leicht, oxidationsanfällig und für verschiedene Hautpflegeformulierungen interessant.
Die äußerliche Verwendung eines Öls darf jedoch nicht mit der oralen Aufnahme eines Hagebuttenpulvers gleichgesetzt werden.
Bei kosmetischer Anwendung wirken die Stoffe direkt auf der Hautoberfläche und in den oberen Hautschichten. Nach dem Verzehr werden Fettsäuren verdaut, aufgenommen und in den allgemeinen Stoffwechsel eingebaut.
Das Fruchtfleisch der Hagebutte enthält Pektine und weitere Ballaststoffe.
Hagebuttenpürees und daraus hergestellte Pulver können deshalb einen relevanten Ballaststoffanteil besitzen [4].
Ballaststoffe tragen zur Struktur der Frucht bei. Im menschlichen Verdauungstrakt werden sie gar nicht oder nur teilweise durch körpereigene Enzyme abgebaut. Einige Bestandteile können von Darmbakterien fermentiert werden.
Je nach Zusammensetzung können Hagebutten einen relevanten Anteil an Pektin enthalten. Pektin gehört zu den löslichen Ballaststoffen.
Es wird im Dünndarm nicht vollständig durch körpereigene Verdauungsenzyme abgebaut und kann deshalb in den Dickdarm gelangen, wo Bestandteile von Darmmikroorganismen fermentiert werden können [3, 17].
Welche Mikroorganismen dabei beteiligt sind und welche Stoffwechselprodukte entstehen, hängt unter anderem von der Zusammensetzung der Darmmikrobiota und der jeweiligen Ballaststoffquelle ab.
Wer nur Vitamin C extrahiert, erhält eben nicht mehr dieselbe Lebensmittelmatrix.
Bestimmte standardisierte Hagebuttenpulver enthalten ein Galaktolipid, das häufig unter der Bezeichnung GOPO bekannt ist. Chemisch handelt es sich um eine Verbindung aus einem Zuckeranteil und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
GOPO sowie weitere Inhaltsstoffe der Hagebutte wurden im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und Gelenkbeschwerden untersucht.
Eine Metaanalyse älterer randomisierter Studien untersuchte standardisierte Hagebuttenpulver bei Personen mit Arthrose. Dabei wurden Unterschiede bei subjektiven Schmerzangaben gegenüber Kontrollgruppen beobachtet. Die verfügbare Datenmenge war jedoch begrenzt, und die Autoren forderten größere, unabhängige Langzeitstudien [11–13].
Für einen allgemeinen Lebensmittelartikel ist das Galaktolipid daher ein interessantes Detail – aber keine Eintrittskarte zu Gelenk- oder Entzündungsversprechen.
Das Video beschäftigt sich mit der Hagebutte, ihrer traditionellen Verwendung und verschiedenen Forschungsfragen rund um ihre Inhaltsstoffe. Dabei werden unter anderem standardisierte Hagebuttenpräparate und deren Untersuchung in wissenschaftlichen Studien thematisiert.
Für die Einordnung ist wichtig, zwischen Ergebnissen zu definierten Studienpräparaten und Hagebutten als gewöhnlichem Lebensmittel zu unterscheiden.
Die Form entscheidet darüber, welche Bestandteile auf dem Teller oder in der Tasse landen.
Frische, vollreife Früchte können viel Vitamin C und Carotinoide enthalten. Ihre Verarbeitung ist jedoch aufwendig, weil Kerne und Härchen entfernt werden müssen.
Sie eignen sich beispielsweise für:
Durch Erhitzen und Lagerung kann ein Teil des Vitamin C verloren gehen.
Für Tee werden meist getrocknete und zerkleinerte Fruchtschalen verwendet, häufig zusammen mit Hibiskus. Nicht alle Bestandteile lösen sich gleich gut in Wasser. Ballaststoffe und fettlösliche Carotinoide verbleiben größtenteils im Pflanzenmaterial.
Auch Vitamin C kann durch Trocknung, lange Lagerung und heißes Aufbrühen deutlich reduziert sein. Hagebuttentee ist deshalb nicht automatisch eine hoch dosierte Vitamin-C-Quelle.
Ein Pulver kann aus getrocknetem Fruchtfleisch, Schalen, Kernen oder einer Mischung daraus bestehen.
Produkte aus der ganzen Hagebutte bringen grundsätzlich ein breiteres Spektrum an Pflanzenbestandteilen mit.
Dafür fällt ihr prozentualer Anteil an einzelnen Stoffen möglicherweise niedriger aus als in einem Konzentrat.
Ein Extrakt konzentriert ausgewählte lösliche Bestandteile. Je nach Lösungsmittel und Verfahren kann sein Profil stark vom ursprünglichen Lebensmittel abweichen.
Das Öl wird aus den Kernen gepresst oder extrahiert. Es enthält Fettsäuren und fettlösliche Begleitstoffe, aber weder die Ballaststoffe des Fruchtfleischs noch dessen ursprünglichen Vitamin-C-Gehalt.
Hagebuttenpulver besitzt einen fruchtig-säuerlichen, gelegentlich leicht herben Geschmack.
Es lässt sich beispielsweise verwenden in:
Wer empfindliche Bestandteile möglichst erhalten möchte, kann das Pulver erst nach dem Erhitzen zugeben. Das ist vor allem bei Vitamin C sinnvoll.
Gleichzeitig ist nicht jedes Pulver roh oder für jede kalte Anwendung sensorisch angenehm.
Eine allgemein wissenschaftlich festgelegte tägliche Verzehrmenge existiert nicht. Übliche Lebensmittelportionen hängen von Produkt, Rezeptur und Gesamtzusammensetzung ab. Studien mit standardisierten Pulvern verwenden definierte Dosierungen, die sich nicht automatisch auf andere Produkte übertragen lassen.
Hagebutten werden als Lebensmittel in der Regel gut vertragen.
Größere Mengen an Pulver können aufgrund von Fruchtsäuren und Ballaststoffen bei empfindlichen Personen zu Völlegefühl, Bauchbeschwerden oder Veränderungen des Stuhlgangs führen.
Allergische Reaktionen sind grundsätzlich möglich, scheinen aber selten zu sein. Bei einer bekannten Rosenallergie oder einer Reaktion auf ein konkretes Hagebuttenprodukt sollte auf weiteren Verzehr verzichtet und die Ursache medizinisch abgeklärt werden.
Menschen mit Erkrankungen, bei denen die Zufuhr einzelner Nährstoffe begrenzt werden muss, sollten hoch konzentrierte Produkte nicht allein aufgrund allgemeiner Gesundheitsversprechen verwenden.
Das gilt ebenso bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft und Stillzeit, wenn Hagebutten nicht als normales Lebensmittel, sondern in hohen Extrakt- oder Ergänzungsmengen eingesetzt werden sollen.
Hagebutten vereinen verschiedene Pflanzenteile und Stoffgruppen in einer bemerkenswerten Lebensmittelmatrix.
Das Fruchtfleisch liefert je nach Art und Verarbeitung viel Vitamin C, Carotinoide, Polyphenole und Ballaststoffe. Die Kerne ergänzen dieses Profil um ungesättigte Fettsäuren, Tocopherole und Phytosterine.
Für die Haut ist insbesondere die physiologische Rolle von Vitamin C bei der normalen Kollagenbildung klar belegt.
Eine kleine Humanstudie untersuchte ein standardisiertes Hagebuttenpulver im Zusammenhang mit Faltentiefe, Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität. Aufgrund der begrenzten Datenlage lassen sich daraus jedoch keine allgemeinen Aussagen über Hagebutten als Lebensmittel ableiten.
„Schönheit von innen“ ist deshalb weniger die Wirkung einer einzelnen roten Frucht als das Ergebnis vieler Faktoren: einer ausreichenden Nährstoffversorgung, guter Hautpflege, Schlaf, Bewegung, UV-Schutz und eines Lebens, das sich nicht vollständig in eine Puder- oder Pulverdose pressen lässt.
Die Hagebutte kann dabei eine vielseitige pflanzliche Zutat sein. Und das ganz ohne das Versprechen, nach dem nächsten Löffel rückwärts zu altern.
Welche Inhaltsstoffe kommen in Hagebutten vor?
Je nach Art und Verarbeitung enthalten Hagebutten unter anderem Vitamin C, Carotinoide, Polyphenole, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Die Kerne liefern darüber hinaus ungesättigte Fettsäuren. Die tatsächlichen Gehalte unterscheiden sich je nach Rosenart, Reifegrad und Verarbeitung.
Hat Hagebutte wirklich viel Vitamin C?
Frische Hagebutten können sehr hohe Vitamin-C-Gehalte besitzen. Die Werte schwanken jedoch erheblich. Durch Trocknung, Sauerstoff, Wärme und lange Lagerung kann ein großer Teil verloren gehen. Der Gehalt eines Pulvers oder Tees sollte deshalb nicht allein aus Werten frischer Früchte abgeleitet werden.
Was untersucht die Forschung zu Hagebuttenpulver und Hautparametern?
In einer kleinen Humanstudie wurde die Wirkung eines standardisierten Hagebuttenpulvers über einen Zeitraum von acht Wochen untersucht. Dabei wurden unter anderem die Faltentiefe, die Hautfeuchtigkeit und die Elastizität erfasst. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und des Studiendesigns lassen sich daraus jedoch keine allgemeinen Aussagen über die Eignung von Hagebuttenpulver als Lebensmittel ableiten.
Wie viel Hagebuttenpulver sollte man täglich essen?
Es gibt keine allgemein festgelegte tägliche Menge. Die geeignete Portion hängt von Zusammensetzung, Ballaststoffgehalt und Verwendungszweck ab. Studien mit standardisierten Präparaten sind keine allgemeine Dosierungsempfehlung für jedes Pulver.
Was ist besser: Hagebuttenpulver oder Hagebuttentee?
Pulver enthält bei vollständigem Verzehr mehr von der ursprünglichen Pflanzenstruktur und den Ballaststoffen. Im Tee landen nur wasserlösliche Stoffe, die während des Aufbrühens aus dem Pflanzenmaterial austreten. Fettlösliche Carotinoide und Ballaststoffe bleiben weitgehend im Aufgussmaterial zurück.
Was ist der Unterschied zwischen Hagebuttenpulver und Hagebuttenkernöl?
Hagebuttenpulver wird aus Fruchtfleisch, Schalen, Kernen oder deren Mischung hergestellt. Hagebuttenkernöl stammt ausschließlich aus den Kernen und liefert vor allem ungesättigte Fettsäuren, Tocopherole und Phytosterine. Es ist keine relevante Vitamin-C-Quelle.
Kann man Hagebutten roh essen?
Reife und sicher bestimmte Hagebutten sind grundsätzlich essbar. Die inneren Nussfrüchte und feinen Härchen sollten sorgfältig entfernt werden. Bei selbst gesammelten Pflanzen ist eine zweifelsfreie Bestimmung sowie ein unbelasteter Standort wichtig.
Was untersucht die Forschung zu Hagebutte und Gelenkbeschwerden?
Ältere klinische Studien haben bestimmte standardisierte Hagebuttenpulver bei Menschen mit Arthrose untersucht. Dabei wurden teilweise Unterschiede bei Schmerzangaben gegenüber Kontrollgruppen beobachtet. Die Datenlage ist jedoch begrenzt und bezieht sich auf definierte Studienpräparate. Sie lässt sich nicht auf jedes Hagebuttenpulver oder auf Hagebutte als Lebensmittel übertragen.
Kann Hagebuttenpulver Nebenwirkungen verursachen?
Größere Mengen können bei empfindlichen Menschen aufgrund von Fruchtsäuren und Ballaststoffen zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Allergische Reaktionen sind ebenfalls möglich, aber selten.
Ist Hagebutte besser als eine Vitamin-C-Tablette?
Beide Produkte erfüllen unterschiedliche Zwecke. Eine Vitamin-C-Tablette liefert eine klar definierte Menge eines einzelnen Vitamins. Ein Hagebuttenprodukt kann zusätzlich Carotinoide, Polyphenole, Ballaststoffe und weitere Pflanzenbestandteile enthalten, sein Vitamin-C-Gehalt ist ohne Analyse jedoch weniger vorhersehbar.