Was bedeutet ausgewogene Ernährung wirklich? Vergiss strenge Diäten! Erfahre, wie du mit Vielfalt und smarten Tipps gesund durch den Alltag gehst.
Geschrieben von Dario
Fachberater für holistische Gesundheit (AKN)®
„Ausgewogen und abwechslungsreich“ ist eine Formulierung, die auf fast jeder Ernährungsseite irgendwann auftaucht.
Sie klingt vernünftig. Ein bisschen nach Schulbuch, ein bisschen nach der Rückseite einer Müslipackung. Jeder assoziiert damit im Grunde etwas anderes. Es kursieren viele Meinungen, Annahmen und Mythen und eigentlich ist jeder müde, sich darüber auch noch Gedanken machen zu müssen.
Und genau deshalb wird dieser Satz leicht überlesen und die Verantwortung an die Industrie abgegeben – schließlich bezahlen wir ja quasi dafür, dass wir vernünftiges Essen bekommen.
Es ist wie damals mit der Tabakindustrie, als das gern formulierte Zitat „Die werden ja wohl nicht ihre eigene Kundschaft umbringen, so schädlich kann es also nicht sein …“ kursierte.
Es ist kaum zu glauben, dass das damals etablierte Meinungen waren. Ist es beim Thema „Ernährung“ denn so viel anders? In diesen zwei Worten steckt deutlich mehr als der freundliche Hinweis, man solle „irgendwie gesund“ essen.
Eine ausgewogene Ernährung bedeutet,
dass der Körper regelmäßig mit Energie, Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und Flüssigkeit in Mengen und Verhältnissen versorgt wird, die langfristig zum Bedarf passen und das System gesund erhalten [1–4].
Eine abwechslungsreiche Ernährung bedeutet,
dass diese Versorgung nicht immer aus denselben wenigen Lebensmitteln stammt. Sie nutzt verschiedene Lebensmittelgruppen, unterschiedliche Pflanzenarten, wechselnde Farben, verschiedene Proteinquellen, mehrere Fettquellen und unterschiedliche Zubereitungen [1, 2, 5].
Beides gehört zusammen.
Abwechslung ohne Ausgewogenheit
kann beispielsweise bedeuten, dass man zwar jeden Tag etwas anderes isst, aber insgesamt zu wenig Gemüse, zu wenig Protein und zu wenig Ballaststoffe zu sich nimmt und zu viele stark gesüßte Snacks isst.
Ausgewogenheit ohne Abwechslung
bedeutet hingegen, dass der Ernährungsplan zwar solide ist, auf Dauer jedoch eintönig, sensorisch ermüdend und möglicherweise unnötig eng bei den Nährstoff- und Pflanzenstoffprofilen.
Die moderne Ernährungswissenschaft denkt deshalb weniger in perfekten Diätplänen und mehr in Ernährungsmustern.
Es geht nicht darum, jedes einzelne Essen moralisch zu bewerten. Es geht darum, welche Lebensmittel den Alltag regelmäßig prägen.
Ein Stück Kuchen macht eine gute Ernährung nicht zunichte.
Ein Löffel Superfood macht eine einseitige Ernährung jedoch nicht besser.
Und ein Wochenplan muss nicht wie von einem Algorithmus mit Hang zur Selbstoptimierung erstellt aussehen.
Gesunde Ernährung ist viel einfacher: Sie basiert auf wiederkehrenden guten Grundlagen, ausreichender Vielfalt und einer realistischen Küche, die man auch an einem normalen Dienstag noch umsetzen möchte.
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„Von allem ein bisschen“ klingt nach Ausgewogenheit und Gemischtwarenladen, ist aber zu ungenau.
Ein bisschen Gemüse, ein bisschen Vollkorn, ein bisschen Hülsenfrüchte und ein bisschen Nüsse können sinnvoll sein.
Ein bisschen Süßgetränk, ein bisschen Wurst, ein bisschen Weißmehl, ein bisschen Alkohol und ein bisschen Frittiertes ergeben zusammen aber noch keine gute Balance.
Ausgewogenheit meint nicht, dass alle Lebensmittelgruppen gleich viel Platz bekommen.
Vielmehr sollte man sich der Tragweite einer gesunden Ernährung bewusst werden und welche Aufgaben sie erfüllt:
Eine gute Ernährung geht sogar einen Schritt weiter: Sie schützt präventiv.
Natürlich ist sie keine Garantie für ewige Gesundheit, aber die Chancen, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben, steigen dadurch messbar. [21]
Deswegen sind aktuelle Empfehlungen auch komplexer als „nur“ gleich viel aus jedem Bereich. Die DGE versucht, auch neue Erkenntnisse zu berücksichtigen. Ausgewogenheit bedeutet also kein Kreisdiagramm mit Gleichverteilung, sondern mit Gewichtung [1, 2, 21].
Auch Abwechslung ist erklärungsbedürftig. Eine Ernährung kann abwechslungsreich erscheinen und dennoch ungünstig sein.
Wer beispielsweise montags Vanillekekse, dienstags Schokoriegel, mittwochs Chips, donnerstags Croissants und freitags gezuckerte Frühstückscerealien isst, hat zwar eine große Produktvielfalt, ernährt sich aber sinnlos.
So entsteht beispielsweise auch das Phänomen des „Pudding-Veganers”. Eine vegane Ernährung kann zu hohen gesundheitlichen Folgen führen, wenn sie nicht ausgewogen ist. Das ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie wichtig Abwechslung ist [22].
Das ist der Kern. Abwechslung ist keine Dekoration. Sie ist eine Strategie, um die Einseitigkeit einzelner Lebensmittel auszugleichen.
Häufig wird Ernährung so dargestellt, als müsse man nur das richtige System finden.
Jedes dieser Systeme bringt eigene Regeln, Erzählungen und Feindbilder mit sich.
Die Forschung zeigt jedoch, dass mehrere gesundheitsorientierte Ernährungsmuster funktionieren können, solange ihre Grundstruktur stimmt. In großen Kohortenstudien war eine stärkere Orientierung an verschiedenen gesunden Ernährungsmustern mit einem geringeren Risiko für Gesamt- und ursachenspezifische Sterblichkeit verbunden [10].
Die gesunde Schnittmenge der „aussagekräftigsten“ Muster umfasste einen größeren Anteil unverarbeiteter, frischer Lebensmittel (Gemüse, Obst, Samen, Vollkorn), günstige Fettsäuremuster und eine zum Körper passende Energiezufuhr [1 – 5,10].
Daraus folgt:
Es gibt nicht die eine perfekte Diät. Es gibt jedoch bessere und schlechtere Grundmuster.
Eine Ernährung darf kulturell, geschmacklich und praktisch unterschiedlich aussehen. Entscheidend ist, dass sie den Körper zuverlässig versorgt und langfristig durchführbar ist.
Ein Lebensmittel ist mehr als nur eine Tabelle aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten und Vitaminen. Es besitzt eine Struktur.
So enthält ein Apfel nicht nur Zucker, Wasser, Pektin und Polyphenole. Diese Stoffe liegen im Fruchtgewebe, in den Zellwänden und in den Pflanzenzellen vor.
Eine Mandel enthält nicht nur Fett, Protein und Mineralstoffe. Ein Teil des Fettes ist in den Pflanzenzellen eingeschlossen.
Hafer enthält nicht nur Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Die Partikelstruktur, der Mahlgrad und die löslichen Beta-Glucane beeinflussen, wie die Mahlzeit im Verdauungstrakt reagiert.
Diese Struktur wird als Lebensmittelmatrix bezeichnet. Sie hat unter anderem Einfluss auf das Kauen, das Sättigungsgefühl, die Verdauung allgemein, die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen und die mikrobielle Verarbeitung im Dickdarm [11, 12].
Die drei Makronährstoffe Protein, Kohlenhydrate und Fett sind für das Leben unverzichtbar. Auch wenn es sich hierbei um Massenware handelt, darf auch hier das Mindset um einen Glaubenssatz erweitert werden: Qualität vor Quantität.
Eine ausgewogene Ernährung braucht alle drei Makronährstoffgruppen.
Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich problematisch. Entscheidend ist die Quelle [23].
Ausgewogenheit bedeutet also nicht „wenig Fett um jeden Preis“. Vielmehr bedeutet sie, die passende Fettqualität in angemessener Menge zu sich zu nehmen.
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden nur in geringen Mengen benötigt.
Trotzdem erfüllen sie zentrale Aufgaben, zum Beispiel bei der Blutbildung, der Nerven- und Schilddrüsenfunktion, der Zellteilung und den Enzymfunktionen [4] sowie vielen weiteren.
Kein einzelnes Lebensmittel liefert jedoch alle Mikronährstoffe in optimaler Menge. Genau deshalb ist Abwechslung so wichtig.
Eine gute Ernährung erfordert deshalb keine tägliche Nährstoffprüfung am Küchentisch, sondern vor allem eines: Vielfalt und Frische.
Ballaststoffe sind unverdauliche oder nur teilweise fermentierbare Kohlenhydratstrukturen.
Sie kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln und Pilzen vor [7]. Sie sind wichtig, da sie die Verdauung anregen, den Darm gesund halten, den Blutzuckerspiegel stabilisieren und für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte.
Die DGE empfiehlt Erwachsenen, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen. In der Realität liegt der Durchschnitt jedoch bei etwa 18 bis 20 Gramm. Die Differenz zur empfohlenen Menge wird als Ballaststofflücke bezeichnet. Sie ist individuell unterschiedlich [3, 7].
Ballaststoffe sind also kein bloßer Verdauungsanhang. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Struktur pflanzlicher Lebensmittel.
Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine große Gruppe spezialisierter Verbindungen, die von Pflanzen unter anderem für Farbe, Duft, Geschmack, Schutz und Kommunikation gebildet werden [6].
Sie zählen nicht zu den klassischen essenziellen Nährstoffen. Für sie gibt es im Allgemeinen keine festen Referenzwerte. Trotzdem sind sie Teil dessen, was pflanzliche Lebensmittel aus ernährungswissenschaftlicher Sicht interessant macht.
Die DGE weist darauf hin, dass die beobachteten gesundheitlichen Effekte von pflanzlichen Lebensmitteln wahrscheinlich nicht allein einzelnen sekundären Pflanzenstoffen zugeordnet werden können.
Vielmehr ist das komplexe Spektrum aus Nährstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen innerhalb der Lebensmittelmatrix zu berücksichtigen [6].
Das Darmmikrobiom reagiert auf die Ernährung. Das ist gut belegt.
Ballaststoffe, resistente Stärke, Polyphenole, Proteinquellen, die Qualität der Fette und stark verarbeitete Lebensmittel können die Zusammensetzung und Aktivität der Darmmikrobiota beeinflussen [14, 17].
Ein „gesundes Mikrobiom“ lässt sich nicht allein über die Anzahl unterschiedlicher Bakterien definieren.
Auch Funktionen, Stoffwechselprodukte, Stabilität, Wechselwirkungen mit dem Körper und die individuelle Ausgangslage sind entscheidend [17].
Die bekannte 30-Pflanzen-Regel stammt vor allem aus dem American Gut Project.
In dieser Studie wiesen Personen, die mehr als 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche zu sich nahmen, bestimmte Mikrobiom- und Stoffwechselmerkmale auf, die sich von denen von Personen, die höchstens zehn Pflanzen pro Woche zu sich nahmen, unterschieden [8].
Die Schlussfolgerung daraus ist, dass eine größere Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln dabei helfen kann, verschiedene Ballaststoffstrukturen und Pflanzenstoffprofile in die Ernährung zu integrieren.
Dies wiederum kommt einem vielfältigen Mikrobiom zugute, das im Zusammenhang mit guter Gesundheit steht und in der Präventivmedizin zunehmend Beachtung findet [24].
Wer im Alltag eine schnelle und einfache Orientierung für die pflanzliche Vielfalt sucht, kann sich am Regenbogen orientieren.
Mutter Natur liebt es bunt und kennt keine Ton-in-Ton-Instagram-Filter. Dank der teils auffälligen Farben kann man seinen Alltag prima aufwerten. Jede Farbe steht für eine Fülle sekundärer Pflanzenstoffe, von denen die menschliche Gesundheit profitieren kann [25].
Zwar ist die Farbe allein kein Garant für den Nährstoffreichtum eines Lebensmittels – auch „langweilige“ Farben haben ihren ernährungsphysiologischen Reiz –, doch ist diese Form der Nahrungswahl schon mal eine Garantie für mehr Vielfalt auf dem Teller.
Ein Regenbogen hat mehr zu bieten als „nur“ Paprika und Beeren.
In der modernen Ernährung haben bittere Lebensmittel oft keinen leichten Stand. Süß, mild und cremig lassen sich einfacher verkaufen.
Dabei gehören bittere und herbe Noten zur natürlichen Geschmacksvielfalt und können zudem gut für die Verdauung sein. Sie regen den Speichelfluss, die Magensäureproduktion und die Bildung von Gallensaft an, wodurch die Fettverdauung erleichtert wird.
Zudem können sie den Appetit anregen, den Stoffwechsel unterstützen und durch ein früher einsetzendes Sättigungsgefühl dabei helfen, Heißhunger zu bremsen [15, 16].
Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Löwenzahn, Brennnessel, Kakao, Kurkuma, Ingwer und weitere Kräuter. Mit einem Klick auf die einzelnen Pflanzen erhältst du mehr Informationen.
Die Verarbeitung von Lebensmitteln ist nicht automatisch schlecht.
Tiefkühlgemüse, Vollkornbrot, Naturjoghurt, Tofu, Sauerkraut und Hülsenfrüchte im Glas können sehr alltagstauglich sein.
Problematisch wird es jedoch, wenn der Anteil stark verarbeiteter, energiereicher und sehr leicht essbarer Produkte zu hoch ist.
In einer kontrollierten stationären Studie nahmen die Teilnehmenden bei einer stark verarbeiteten Ernährung im Vergleich zu einer wenig verarbeiteten Ernährung deutlich mehr Energie auf und nahmen während der Interventionsphase an Gewicht zu [19].
Im Zusammenhang mit „verarbeiteten Lebensmitteln” spielt die persönliche Wahrnehmung eine entscheidende Rolle.
Die Industrie „erfindet” neue Slogans und Herstellungsverfahren, um den hohen Verarbeitungsgrad zu kaschieren. Wer lernt, Zutatenlisten zu lesen und gesetzlich geregelte gesundheitsbezogene Angaben richtig einzuordnen [20], greift auch an der richtigen Stelle öfter zu.
Auch natürliche Pflanzenpulver zählen theoretisch zu den stark verarbeiteten Lebensmitteln.
Schließlich wurden sie getrocknet und anschließend pulverisiert. Dennoch gibt es einen Unterschied in der Art der Verarbeitung. In der Regel besteht der Rohstoff immer noch aus dem Ausgangstoff, kommt ohne Zusatzstoffe aus und kann eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen.
Deswegen spielt die bewusste Wahrnehmung eine entscheidende Rolle.
Kleine Tauschaktionen mit großer Wirkung. Eine ausgewogene Ernährung entsteht selten durch einen großen Neustart. Oftmals sind kleine, wiederholte Tauschaktionen wirksamer.
Selten scheitert die Ernährung an fehlender Motivation am Sonntagvormittag.
Häufiger scheitert sie an einem Mittwochabend, wenn man hungrig ist, wenig Zeit hat und der Kühlschrank aussieht wie ein leeres Wartezimmer.
Sie können im Alltag dabei helfen, zusätzliche pflanzliche Zutaten unkompliziert einzubauen.
Pulver aus getrockneten und gemahlenen Pflanzenteilen können Bestandteile der ursprünglichen Matrix enthalten. Sie unterscheiden sich damit deutlich von isolierten Vitaminen oder standardisierten Pflanzenextrakten. Ein hochwertiges Pflanzenpulver kann eine bereits ausgewogene Ernährung um zusätzliche Pflanzenrohstoffe, Geschmack und Ballaststoffe ergänzen.
Eine ausgewogene Ernährung muss nicht asketisch sein.Ein Stück gute Schokolade, ein Restaurantbesuch oder Kuchen am Sonntag können durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Entscheidend sind die Häufigkeit, die Menge und das Gesamtmuster. Die verbreitete 80/20-Regel kann als Alltagshilfe nützlich sein. Der größte Teil der Ernährung besteht aus gesunden Grundnahrungsmitteln, sodass kleinere Genussmomente nicht mit einem schlechten Gewissen verbunden sein müssen.
Dieser Baukasten ist keine Diätvorgabe. Er zeigt lediglich, wie sich Ausgewogenheit und Abwechslung in der Praxis umsetzen lassen.
Frühstück
Basis: Haferflocken oder anderes Vollkorn.
Dazu: Obst, Nüsse oder Samen, Joghurt oder angereicherte pflanzliche Alternative.
Varianten:
Mittag
Basis: Gemüse plus Proteinquelle plus sättigende Beilage.
Varianten:
Abend
Basis: leichter, aber nicht nährstoffleer.
Varianten:
Kleine Ergänzungen
In dieser Folge gibt Ernährungsmediziner Matthias Riedl folgende Tipps: Maßvoll essen, Bauchfett reduzieren, die Darmflora pflegen und Stress abbauen. Er erklärt auch, wie wichtig ein Sinn im Leben sowie Gemeinschaft und Sport sind, denn „damit kann man sich verjüngen“.
Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung bedeutet nicht, möglichst viele Ernährungstrends gleichzeitig umzusetzen.
Eine Ernährung kann noch so modern klingen, sie kann trotzdem schlecht zusammengesetzt sein.
Ein einfacher Teller mit Kartoffeln, Linsen, Gemüse, etwas Öl, Kräutern und Joghurt kann beispielsweise ernährungsphysiologisch beeindruckend solide sein. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist kein strenger Plan, der jede Mahlzeit überwacht.
Ausgewogenheit sorgt vielmehr dafür, dass der Körper alles bekommt, was er braucht.
Die moderne Ernährungswissenschaft braucht dafür kein neues Verbotssystem.
Sie braucht eine klare Grundrichtung:
Pflanzenpunkte können motivieren. Pflanzenpulver können eine gute Ergänzung sein.
Bitterstoffe können die Geschmackswelt erweitern. Sekundäre Pflanzenstoffe zeigen die Vielfalt von Pflanzen.
Aber am Ende zählt nicht ein einzelner Trick. Es zählt das Muster.
Und vielleicht ist genau das die entspannendste Nachricht: Eine gute Ernährung muss nicht perfekt sein. Sie muss nur oft genug in die richtige Richtung zeigen.
Was bedeutet „ausgewogene Ernährung”?
Ausgewogen bedeutet in diesem Kontext, dass die Ernährung langfristig alle essenziellen Nährstoffe in passenden Mengen und Verhältnissen liefert. Dazu zählen Energie, Protein, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Flüssigkeit. Entscheidend ist dabei das gesamte Ernährungsmuster und nicht die einzelne Mahlzeit.
Was bedeutet abwechslungsreiche Ernährung?
Abwechslungsreich bedeutet, verschiedene Lebensmittel innerhalb sinnvoller Gruppen zu nutzen. Dazu zählen Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Kräuter, Gewürze und geeignete Proteinquellen. Eine große Auswahl an Süßigkeiten oder Snacks ist nicht dasselbe wie Ernährungsvielfalt.
Muss man Kalorien zählen?
Nicht grundsätzlich. Für manche Ziele kann das Kalorientracking jedoch hilfreich sein. Für viele Menschen ist es jedoch ausreichend, ihre Lebensmittelauswahl, Portionsgrößen, das Sättigungsgefühl, ihre Getränkeauswahl und ihre Essenszeiten zu optimieren.
Warum sind Ballaststoffe wichtig?
Sie können Wasser binden, das Stuhlvolumen und die Stuhlkonsistenz beeinflussen, die Aufnahmegeschwindigkeit von Nährstoffen verändern und von Darmmikroorganismen fermentiert werden. Die DGE nennt einen Richtwert von mindestens 30 Gramm pro Tag für Erwachsene [7].
Können Pflanzenpulver eine ausgewogene Ernährung ersetzen?
Nein, aber sie können zusätzliche pflanzliche Rohstoffe, Geschmack und bestimmte Bestandteile, wie beispielsweise Ballaststoffe, liefern.
Sind Bitterstoffe wichtig für die Verdauung?
Bittere Lebensmittel können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Bitterstoffe sind wichtig für die Verdauung, da sie über Geschmacksrezeptoren auf der Zunge die Produktion aller wichtigen Verdauungssäfte reflektorisch anregen. Zwar gibt es keinen offiziellen, wissenschaftlich definierten Mindestbedarf, aber sie helfen spürbar dabei, schwere oder fettige Mahlzeiten besser zu verarbeiten [15, 16].
Wie beginnt man am einfachsten?
Am einfachsten ist das Plus-eins-Prinzip: eine zusätzliche Gemüseportion, eine Portion Hülsenfrüchte pro Woche, Vollkorn statt Weißmehl, Nüsse oder Samen im Frühstück und Wasser statt süßer Getränke. Solche kleinen Routinen wirken oft besser als radikale Pläne. Machen ist besser als nur planen.