Ceylon-Zimt: Der Name als Güteklasse

Ist Ceylon-Zimt wirklich gesünder? Alles über die richtige Güteklasse, den Cumaringehalt und die wahre Wirkung des Gewürzes auf den Blutzucker.

Inhalte
Aquarell-Porträt von Dario, Mitgründer von Nurisan und Fachberater für Holistische Gesundheit (AKN).

Geschrieben von Dario

Fachberater für holistische Gesundheit (AKN)®

Einleitung

Zimt besitzt ein besonderes Talent: Er verleiht Haferbrei, Apfelkompott und Gebäck einen gemütlichen Duft, obwohl er botanisch betrachtet nichts anderes als getrocknete Baumrinde ist.

So schlicht ist die Geschichte allerdings nicht. Unter der Bezeichnung „Zimt“ werden die Rinden mehrerer Arten der Gattung Cinnamomum verkauft. Besonders bekannt sind Ceylon-Zimt und verschiedene Cassia-Zimtsorten.

Sie unterscheiden sich in Herkunft, Rindenstruktur, Aroma und einzelnen Pflanzenstoffen teilweise deutlich.

Ceylon-Zimt wird aus Cinnamomum verum gewonnen, das auch unter dem älteren botanischen Namen Cinnamomum zeylanicum bekannt ist. Seine Rinde ist dünn, fein geschichtet und vergleichsweise mild. Besonders relevant ist außerdem ihr niedriger Cumaringehalt. Cassia-Zimt besitzt dagegen meist eine dickere, härtere Rinde, ein kräftigeres Aroma und deutlich mehr Cumarin.

Ist „Ceylon” also eine höhere Güteklasse?

Nicht ganz. Der Name bezeichnet zunächst eine bestimmte Zimtart und, im geschützten europäischen Herkunftssystem, ein Erzeugnis aus Sri Lanka. Innerhalb des echten Ceylon-Zimts existieren wiederum eigene Handels- und Güteklassen.

Trotzdem kann die Bezeichnung ein wichtiges Qualitätsmerkmal sein, da sie Angaben zur botanischen Identität, Herkunft, Herstellung und zum charakteristischen Stoffprofil macht.

Ceylon-Zimt ist also nicht automatisch der „gesündeste Zimt der Welt“. Er ist aber ein gutes Beispiel dafür, warum die Qualität eines Rohstoffs bereits beim Namen beginnen kann – vorausgesetzt, auf der Verpackung steht tatsächlich das, was in ihr steckt.

Dieser Artikel auf einen Blick

die 7 wichtigsten Fakten für Schnell-Leser

Was ist Ceylon-Zimt eigentlich?

Feingemahlenes Zimtpulver in einer rustikalen Holzschale neben mehreren ganzen Zimtstangen auf einem Holztisch.
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Ceylon-Zimt stammt vom Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum verum J. Presl).

Er gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Zu seinen botanischen Verwandten zählen unter anderem der Lorbeer und der Kampferbaum.

Der immergrüne Baum kann unter natürlichen Bedingungen eine beträchtliche Höhe erreichen. Im kommerziellen Anbau wird er jedoch regelmäßig zurückgeschnitten, um zahlreiche junge Triebe zu fördern.

Gerade deren Rinde ist für die Zimtherstellung besonders interessant.

Verwendet wird jedoch nicht die gesamte Baumrinde. Nach der Ernte wird zunächst die äußere, gröbere Rindenschicht abgeschabt. Anschließend wird die zarte Innenrinde vom holzigen Trieb gelöst.

Während des Trocknens rollt sie sich ein und bildet die typischen dünnen Zimtröhrchen.

Der botanische Name Cinnamomum zeylanicum verweist auf Ceylon, den früheren Namen Sri Lankas. Heute gilt Cinnamomum verum als der akzeptierte wissenschaftliche Name.

„Verum“ bedeutet sinngemäß „echt“ oder „wahr“, weshalb Ceylon-Zimt häufig auch als „Echter Zimt“ oder „True Cinnamon“ bezeichnet wird [1, 2].

Die Bezeichnung „echt” darf allerdings nicht so verstanden werden, als seien andere Zimtarten künstlich oder gefälscht.

Auch Cassia-Zimt ist echter Pflanzenzimt, allerdings von einer anderen Art.

Ist „Ceylon“ eine eigene Güteklasse?

Ceylon ist im engeren Sinne keine Bezeichnung für eine einzelne Güteklasse.

Der Begriff beschreibt zunächst die Zimtart Cinnamomum verum bzw. Cinnamomum zeylanicum und die traditionelle Verbindung zu Sri Lanka.

Mit dieser Sorte gehen ein genaues Aroma- und Stoffprofil sowie eine definierte geografische Herkunft und Herstellung einher.

Seit Februar 2022 ist „Ceylon Cinnamon” in der Europäischen Union als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) eingetragen.

Geschützt sind verschiedene Formen, darunter Zimtstangen, Stangenabschnitte, Pulver sowie Blatt- und Rindenöl. Alle wesentlichen Erzeugungsschritte müssen innerhalb des festgelegten geografischen Gebiets in Sri Lanka erfolgen [3].

Ein Produkt aus Cinnamomum verum, das außerhalb Sri Lankas angebaut wurde, kann botanisch durchaus Echter Zimt sein.

Wenn der botanische Name auf dem Etikett verwendet wird, muss in der EU jedoch auch das tatsächliche Ursprungsland angegeben werden. Eine irreführende Anspielung auf Sri Lanka ist nicht erlaubt.

Innerhalb des geschützten Ceylon-Zimts existiert ein traditionelles sri-lankisches Klassifizierungssystem.

Die wichtigsten Oberklassen heißen:

  • Alba,
  • Continental
  • Mexican
  • Hamburg


Die Qualität ist von oben nach unten absteigend. Sie beziehen sich vor allem auf den Durchmesser, die Feinheit, die Brüchigkeit und den Umfang bestimmter Rindenmerkmale.

Innerhalb einzelner Kategorien gibt es weitere Unterklassen. „Alba” bezeichnet besonders dünne, fein gearbeitete Stangen. „Hamburg” umfasst dickere und dunklere Handelsqualitäten [3].

Der Name Ceylon fungiert somit eher als übergeordnetes Herkunfts- und Identitätsmerkmal. Die eigentliche Güteklasse folgt eine Ebene darunter.

Von der Baumrinde zur feinen Zimtstange

Die Herstellung von hochwertigem Ceylon-Zimt ist aufwendig und stark handwerklich geprägt.

Ernte der jungen Triebe

Handwerkliche Zimtgewinnung: Eine Person schält an einem Holztisch präzise die Rinde von frischen, grünen Zweigen des Zimtbaums ab.
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Die Pflanzen werden regelmäßig zurückgeschnitten. Nach ausreichendem Nachwachsen ernten erfahrene Arbeitskräfte die geeigneten Triebe. Der richtige Zeitpunkt ist dabei entscheidend, da sich die Innenrinde bei passenden Wachstums- und Feuchtigkeitsbedingungen leichter vom Holz lösen lässt.

Entfernen der Außenrinde

Traditionelle Zimternte: Ein Arbeiter in einer Plantage schält sorgfältig ein großes, langes Stück Rinde direkt vom Stamm eines Zimtbaumes ab.
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Die grobe äußere Schicht wird vorsichtig abgeschabt. Dabei sollte die darunterliegende Innenrinde möglichst wenig beschädigt werden.

Lösen der Innenrinde

Manuelle Ernte von Zimtrinde: Ein Arbeiter löst mit einem speziellen Messer große Rindenstücke vom Baumstamm für die weitere Verarbeitung zu natürlichem Zimtgewürz.
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Die Rinde wird mit speziellen Werkzeugen gelockert und anschließend in dünnen Streifen vom Holzkern abgezogen. Dieser Arbeitsschritt erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Zusammensetzen der Quills

Handwerkliche Zimtverarbeitung: Eine Nahaufnahme zeigt Hände, die an einem Holztisch feine Rindenstücke manuell zu klassischen Zimtstangen aufrollen, dem sogenannten Quill.
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Die dünnen Rindenstücke rollen sich beim Antrocknen von selbst ein. Mehrere dieser Stücke werden überlappend zu langen Stangen, den sogenannten Quills, zusammengesetzt. In das Innere können kleinere Rindenstücke eingefügt werden.

Trocknen und Sortieren

Traditionelle Zimtverarbeitung: Mehrere Frauen sortieren und arrangieren in sorgfältiger Handarbeit gerollte Zimtstangen auf großen, geflochtenen Trockenmatten.
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Die Stangen werden kontrolliert luftgetrocknet, von Hand nachgeformt und schließlich nach traditionellen Qualitätsmerkmalen sortiert.

Genau diese mehrlagige Konstruktion ist für das typische Erscheinungsbild verantwortlich: Eine Ceylon-Zimtstange ähnelt im Querschnitt einer eng gerollten Zigarre mit vielen hauchdünnen Schichten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nutzt dieses Merkmal ebenfalls, um Ceylon-Zimt von Cassia-Zimt zu unterscheiden [4].

Handwerk ist hier also keine bloß romantische Ergänzung der Produktgeschichte. Es hat unmittelbaren Einfluss auf Feinheit, Struktur, Aroma und Handelsklasse des fertigen Gewürzes.

Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt: Wo liegt der Unterschied?

Direkter visueller Vergleich von Zimtsorten: Links liegt dicker, einschichtiger Cassia-Zimt, rechts daneben der hellere, aus vielen feinen Rindenschichten bestehende Ceylon-Zimt.
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Der Begriff „Cassia“ bezeichnet nicht nur eine einzige Art.

Unter diesem Handelsbegriff werden mehrere verwandte Zimtarten zusammengefasst, darunter im Wesentlichen drei Hauptsorten bzw. botanische Ursprungsarten:

  • Cinnamomum cassia bzw. Cinnamomum aromaticum (Chinesischer Zimt):

    Der klassische, ursprüngliche Cassia-Zimt aus Südchina und den angrenzenden Regionen.

  • Cinnamomum burmannii (indonesischer Zimt oder Padang-Zimt):

    Ursprünglich stammt er von der Insel Sumatra, er ist sehr günstig und macht einen großen Teil des handelsüblichen Pulvers aus.

  • Cinnamomum loureiroi (vietnamesischer Zimt oder Saigon-Zimt):

    Dieser gilt als die aromatischste, süßlich-scharfe und hochwertigste Variante unter den Cassia-Sorten.


Alle drei unterscheiden sich von echtem Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) vor allem durch ihre dickere Rinde, ihr viel schärferes Aroma und ihren deutlich höheren, potenziell leberschädigenden Cumaringehalt.

Sorte

Zimtstange

Aroma

Ceylon:

  • viele dünne, ineinander gerollte Rindenlagen,
  • weiche und leicht zerbrechliche Struktur,
  • hellbraune bis leicht rötliche Farbe,
  • vergleichsweise feine Oberfläche

  • mild,
  • fein,
  • leicht süßlich,
  • zitrusartig
  • blumig
  • mit einer dezenten Honignote

Cassia:

  • meist eine einzelne oder wenige dicke Rindenschichten,
  • harte, robuste Struktur,
  • dunklere rotbraune Farbe,
  • häufig deutlich größere Hohlräume.

  • kräftiger,
  • schärfer,
  • holziger
  • herber,
  • und unmittelbarer „zimtig“.

Drei

Verlangsamung der Bewegungen, Verlust des Gleichgewichts, erschwerende Aktivitäten des

Schwere Einschränkungen des täglichen Lebens

Vier

Hilfe erforderlich für viele Aktivitäten, Herausforderung für ein unabhängiges Leben

Vollzeitbetreuung für tägliche Aktivitäten

Bei gemahlenem Zimt ist es für Verbraucher erheblich schwieriger, die Sorte zu bestimmen.
Zwar können Farbe, Geruch und Geschmack Hinweise liefern, sie beweisen die Art jedoch nicht. Das BfR empfiehlt deshalb, auf eine eindeutige Kennzeichnung als Ceylon-Zimt zu achten [4].
Welche Variante kulinarisch besser passt, ist keine rein objektive Qualitätsfrage.
Für kräftige Backwaren oder intensive Gewürzmischungen kann Cassia durchaus erwünscht sein. Ceylon-Zimt eignet sich besonders für feinere Speisen, bei denen das Gewürz nicht alles andere geschmacklich überdecken soll.
Cassia trägt beim Aroma eher Wanderschuhe. Ceylon kommt in leichterem Schuhwerk daher, ist aber trotzdem noch im Raum wahrnehmbar.

Was steckt in der ganzen Zimtrinde?

Wissenschaftlerin im Labor untersucht Zimtstangen in einer Petrischale auf ihre Qualität und pflanzlichen Inhaltsstoffe
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Ceylon-Zimt ist eine getrocknete Pflanzenrinde. Sie besteht nicht nur aus ätherischem Öl und einem einzelnen „Wirkstoff“.

Sie ist ein Potpourri aus verschiedenen Inhaltsstoffen und besteht in ihrer natürlichen Matrix unter anderem aus den klassischen Makronährstoffen wie Ballaststoffen und Kohlenhydraten sowie geringen Mengen an Fett und Protein. Unter den Mikronährstoffen sind insbesondere die Mineralstoffe, ätherischen Öle, Polyphenole, Proanthocyanidine, Zimtsäure und verwandte Verbindungen sowie geringe Mengen des Duft- und Aromastoffs Cumarin zu nennen.

Bei getrocknetem Zimt können analytisch Calcium, Mangan, Eisen, Kalium und weitere Mineralstoffe nachgewiesen werden.

Die üblichen Verzehrmengen sind jedoch gering. Ein halber Teelöffel Zimt macht daher aus einem ansonsten nährstoffarmen Frühstück noch keine vollständige Mineralstoffversorgung.

Die ernährungswissenschaftliche Besonderheit liegt eher in den Aroma- und Pflanzenstoffen sowie in der Möglichkeit, Speisen ohne große Mengen Zucker geschmacklich komplexer zu gestalten.

Möchtest du mehr über die faszinierende Welt der sekundären Pflanzenstoffe erfahren? Dann bekommst du mehr Informationen in unserem Ratgeber: Sekundäre Pflanzenstoffe: Die Vielfalt hinter Farbe, Duft und Geschmack.

Zimtaldehyd: der prägende Aromastoff der Rinde

Der wichtigste flüchtige Aromastoff des Rindenöls ist in der Regel trans-Zimtaldehyd, das auch als Cinnamaldehyd bezeichnet wird.

Es ist maßgeblich für den:

  • den warmen Zimtduft.
  • die leichte Schärfe und
  • das typische würzig-süße Aroma verantwortlich.

In Analysen von Ceylon-Zimtrindenöl wird Zimtaldehyd häufig als mengenmäßig dominierende Verbindung gefunden.

Je nach Rohstoff und Destillationsverfahren wurden Anteile von ungefähr 50 bis über 70 Prozent beschrieben [57].

Die Konzentration des ätherischen Öls in der vollständigen Rinde ist jedoch viel niedriger als in destilliertem Rindenöl.

Deshalb ist ein Tropfen ätherisches Öl nicht mit einer Prise gemahlenem Zimt gleichzusetzen.

Zimtaldehyd wird in Laboruntersuchungen wegen seiner antimikrobiellen, antioxidativen und stoffwechselbezogenen Eigenschaften erforscht. Diese Experimente sind zwar wissenschaftlich interessant, lassen aber keine Rückschlüsse auf die Wirkung einer normalen Gewürzmenge beim Menschen zu.

Schließlich haben eine Bakterienkultur im Labor und ein Porridge am Frühstückstisch sehr unterschiedliche Arbeitsbedingungen.

Eugenol, Linalool und weitere Aromastoffe

Neben Zimtaldehyd enthält Ceylon-Zimt weitere flüchtige Verbindungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Eugenol,
  • Linalool,
  • β-Caryophyllen,
  • Zimtsäure,
  • Zimtalkohol,
  • Zimtsäureester,
  • Eucalyptol,
  • verschiedene Terpene.

Dabei ist der verwendete Pflanzenteil entscheidend.

So wird das ätherische Öl der Rinde typischerweise von Zimtaldehyd geprägt. Im Blattöl kann dagegen Eugenol dominieren. In der Wurzelrinde kann der Kampferanteil höher ausfallen [6, 8].

„Zimtöl“ ist deshalb keine ausreichend präzise Bezeichnung.

Ein Blattöl besitzt ein anderes Aroma- und Sicherheitsprofil als ein Rindenöl. Die gleiche Pflanze liefert je nach Pflanzenteil mehrere chemisch recht unterschiedliche Produkte.

Polyphenole und Proanthocyanidine

Zimtrinde enthält neben flüchtigen Aromastoffen auch verschiedene nicht flüchtige Polyphenole.

Dazu gehören unter anderem:

  • Catechine,
  • Proanthocyanidine,
  • verschiedene Flavonoide,
  • Phenolsäuren,
  • und weitere oligomere Pflanzenverbindungen.


Metabolomische Vergleiche verschiedener Zimtarten zeigen, dass sich nicht nur die Cumarinmenge, sondern auch die Konzentrationen von Proanthocyanidinen, Zimtaldehyd und zahlreichen weiteren Verbindungen zwischen Ceylon- und Cassia-Arten unterscheiden [9].

In chemischen Versuchsaufbauten zeigen Zimtextrakte häufig eine antioxidative Aktivität.

Das bedeutet, dass die enthaltenen Verbindungen unter den jeweiligen Versuchsbedingungen Oxidationsreaktionen beeinflussen oder reaktive Moleküle abfangen können.

Beim Menschen sind Aufnahme, Stoffwechsel, Dosierung und die im Körper tatsächlich erreichten Konzentrationen jedoch deutlich komplexer als in einem Laborversuch.

Polyphenole sind wertvolle Mitglieder der Pflanzenmatrix.

Wer insgesamt auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung achtet, nimmt regelmäßig die komplette Pflanzenmatrix zu sich.

Video: Mehr Informationen über die Eigenschaften von Zimt

Zimt ist aus der Küche nicht wegzudenken. Ob in weihnachtlichem Gebäck, aromatischem Chai-Tee oder herzhaften Currys – das vielseitige Gewürz ist aus unserer Ernährung nicht wegzudenken. Doch wie gesund ist Zimt wirklich? Welche Sorte ist die bessere Wahl und worauf sollte beim Konsum geachtet werden? Dr. Weigl klärt auf.

Cumarin: Warum Ceylon-Zimt besonders interessant ist

Cumarin ist ein natürlicher Pflanzenstoff mit einem süßlichen Duft, der an frisches Heu oder Waldmeister erinnert.

Er kommt unter anderem in Tonkabohnen, Waldmeister, Steinklee und verschiedenen Zimtarten vor.

Der wichtigste ernährungsphysiologische Unterschied zwischen Ceylon- und Cassia-Zimt betrifft genau diesen Stoff.

Ceylon-Zimt enthält nur sehr geringe Mengen Cumarin. Cassia-Zimt kann dagegen mehrere Tausend Milligramm pro Kilogramm enthalten. Untersuchungen authentischer und handelsüblicher Proben bestätigen die erheblichen Unterschiede zwischen den Arten, zeigen aber zugleich Schwankungen innerhalb der Produktgruppen [1012].

Cumarin kann bei einer kleinen Gruppe besonders empfindlicher Menschen die Leber schädigen. Die Wirkung ist in der Regel reversibel, wenn die Aufnahme beendet wird.

Für Cumarin gilt eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ein 60 Kilogramm schwerer Mensch könnte demnach langfristig täglich sechs Milligramm Cumarin aufnehmen, ohne dass ein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist [4, 13].

Nach Berechnungen des BfR kann diese Menge bei einem durchschnittlich belasteten Cassia-Zimt bereits mit ungefähr zwei Gramm pro Tag ausgeschöpft sein.

Eine kurzfristige leichte Überschreitung ist nicht automatisch gefährlich. Problematisch wäre vor allem ein regelmäßiger, langfristiger Verzehr größerer Cassia-Mengen [4].

Wer gelegentlich ein winterliches Gebäck mit Zimt isst, muss deshalb nicht nervös die Küchenwaage suchen. Wer jedoch täglich größere Mengen Zimt in Porridge, Kaffee, Smoothies oder Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, trifft mit cumarinarmem Ceylon-Zimt die vernünftigere Wahl.

Ist Ceylon-Zimt deshalb automatisch gesund?

Der niedrige Cumaringehalt ist bei regelmäßigem oder höherem Verzehr ein Sicherheitsvorteil.

Er stellt jedoch keinen allgemeinen Wirkungsnachweis dar.

Allein dadurch, dass ein Lebensmittel weniger von einem unerwünschten Stoff enthält, wird es nicht gesundheitsfördernd. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, dass große Mengen Ceylon-Zimt besonders vorteilhaft wären.

Ceylon-Zimt bleibt ein intensiv aromatisches Gewürz, das üblicherweise in kleinen Mengen verwendet wird. Seine Stärke liegt in der Kombination aus:

  • feinem Aroma und
  • vielseitiger Verwendbarkeit und
  • sekundären Pflanzenstoffen und
  • einem geringen Cumaringehalt.

Das ist bereits ein überzeugendes Profil. Es benötigt keine zusätzliche Beförderung zum Heilmittel.

Senkt Zimt den Blutzucker?

Zimt ist eines der am häufigsten im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes und Insulinresistenz untersuchten Gewürze.

Labor- und Tierstudien zeigen verschiedene mögliche Mechanismen. Zimtbestandteile können dort unter anderem:

  • Enzyme des Kohlenhydratstoffwechsels beeinflussen,
  • Insulinsignalwege verändern,
  • die Glucoseaufnahme in Zellen modulieren,
  • und die Magenentleerung beeinflussen.


Humanstudien und Metaanalysen berichten teilweise Verringerungen von:

  • Nüchternblutzucker,
  • HbA1c,
  • Insulinresistenz,
  • und postprandialen Glucosewerten.

Die Ergebnisse sind jedoch heterogen. Die Studien verwenden unterschiedliche Zimtarten, Mengen, Extrakte, Kapseln und Laufzeiten.

Ein Teil der Studien untersucht überwiegend Cassia-Zimt, andere machen keine klare Artangabe. Neuere Metaanalysen finden zwar statistische Veränderungen einzelner Werte, berichten aber zugleich eine hohe Streuung zwischen den Studien [1416].

Eine kleine, neuere Crossover-Studie mit Erwachsenen mit Prädiabetes fand nach vierwöchiger Zimtzufuhr Verbesserungen der kontinuierlich gemessenen Glucosewerte.

Dieses Ergebnis muss durch weitere, größere Untersuchungen bestätigt werden [17]. Die Tendenzen sprechen jedoch für eine regelmäßige Integration des Gewürzes in eine abwechslungsreiche Ernährung.

Seriös lässt sich daher nur sagen, dass Zimtsupplemente einzelne Blutzuckerwerte möglicherweise geringfügig beeinflussen könnten. Eine zuverlässige Behandlung von Diabetes ist damit jedoch nicht möglich.

Zimt ersetzt keine medizinische Diagnostik, Medikamente, Bewegung oder eine insgesamt geeignete Ernährung.

Zimt auf dem Milchreis kann dessen Zuckergehalt geschmacklich besser begleiten, hebt ihn aber nicht biochemisch auf.

Zimt, Blutdruck und Blutfette

Auch der Blutdruck und die Blutfettwerte wurden in zahlreichen Studien untersucht.
Metaanalysen berichten teilweise von kleinen Senkungen des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Ebenso wurden Veränderungen von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden beobachtet [1820].
Die vorliegenden Daten reichen jedoch nicht aus, um Ceylon-Zimt als Mittel zur Senkung von Blutdruck oder Cholesterin zu empfehlen. Es wäre besonders problematisch, allgemeine Ergebnisse unterschiedlicher Zimtarten gezielt dem Ceylon-Zimt zuzuschreiben. Der Name des Gewürzes ersetzt keine produktspezifische Studie.

Unterstützt Zimt die Verdauung?

Zimt wird traditionell bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und Appetitlosigkeit eingesetzt.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt definierte Zubereitungen aus Ceylon-Zimtrinde als traditionelle pflanzliche Arzneimittel für diese Anwendungsbereiche.

Diese Einordnung beruht auf langjähriger Anwendung und Plausibilität, jedoch nicht auf einer umfassend belegten klinischen Wirksamkeit [21].

Aromatische und bittere Gewürze können den Speichelfluss, den Geschmack und die Wahrnehmung einer Mahlzeit beeinflussen. Ob Zimt konkrete Verdauungsbeschwerden lindert, hängt jedoch von der Ursache, der Dosis und der Produktform ab.

Anhaltende Blähungen, Schmerzen, Gewichtsverlust oder Veränderungen des Stuhlgangs benötigen mehr Aufmerksamkeit als einen zusätzlichen Löffel Gewürz.

Wirkt Zimt antimikrobiell?

In Laborversuchen hemmen Zimtaldehyd und ätherische Zimtöle zahlreiche Bakterien und Pilze. Dabei können die Zellmembranen von Mikroorganismen geschädigt und verschiedene Stoffwechselprozesse gestört werden [5, 7].

Diese Befunde sind insbesondere für die Bereiche Lebensmittelkonservierung, Verpackungsmaterialien, Pflanzen- und Vorratsschutz sowie die Entwicklung antimikrobieller Oberflächen von technologischem Interesse.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Zimt mit einem Antibiotikum gleichzusetzen ist.

Konzentrationen, die eine Bakterienkultur im Labor hemmen, können für menschliche Schleimhäute reizend sein und werden bei normalem Gewürzverzehr nicht zwingend am Infektionsort erreicht.

Kann Zimt helfen, weniger Zucker zu verwenden?

Zimt vermittelt durch sein Aroma häufig einen süßen, warmen Geschmackseindruck, obwohl das Gewürz selbst nur wenig Zucker enthält.
In Speisen kann es deshalb möglich sein, mit weniger zugesetztem Zucker ein aromatisch rundes Ergebnis zu erzielen. Dies ist jedoch kein automatisch eintretender Stoffwechseleffekt.
Wer drei Esslöffel Zucker verwendet und anschließend Zimt darüberstreut, hat den Zucker nicht auf mysteriöse Weise verschwinden lassen.
Als kulinarisches Werkzeug kann Zimt jedoch dabei helfen, Süße differenzierter wahrzunehmen. Gewürze, Vanille, Früchte, Nüsse und Röstaromen machen Speisen komplexer und entlasten den Zucker von der alleinigen Verantwortung für den Geschmack.

Zimtstange, Pulver, Extrakt oder ätherisches Öl?

Vierteilige Collage der verschiedenen Darreichungsformen von Zimt: Ganze Zimtstangen, gemahlenes Zimtpulver, flüssiger Zimtextrakt und reines Zimtöl.
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Ganze Stangen bewahren ihr Aroma in der Regel länger als bereits gemahlenes Pulver. Sie eignen sich für:

  • Kompott,
  • Reisgerichte,
  • Currys,
  • Suppen,
  • Tee,
  • Glühgetränke,
  • und Saucen.


Ceylon-Stangen sind fein und brüchig. Bei Bedarf können sie relativ leicht zerkleinert oder in einer geeigneten Mühle gemahlen werden.

Das Pulver verteilt sich gleichmäßig und ist unkompliziert zu dosieren. Aufgrund seiner großen Oberfläche verliert es jedoch schneller flüchtige Aromastoffe.

Für Verbraucher ist die botanische Unterscheidung bei Pulver kaum möglich. Eine eindeutige Art- und Herkunftsangabe ist deshalb besonders wichtig.

Ein Wasserextrakt konzentriert vor allem wasserlösliche Bestandteile. Sein Stoffprofil unterscheidet sich somit von dem der vollständigen Rinde.

Alkohol-Wasser-Gemische lösen verschiedene Stoffanteile, darunter auch bestimmte aromatische Verbindungen.

Rindenöl ist hoch konzentriert und reich an Zimtaldehyd. Es ist kein Ersatz für gemahlenen Zimt und sollte nicht in Küchenlöffeln dosiert werden.

Blattöl kann vor allem Eugenol enthalten und hat ein anderes chemisches Profil als Rindenöl.

Ätherische Öle können Haut und Schleimhäute reizen sowie allergische Reaktionen auslösen. Die eigenständige orale Einnahme konzentrierter Zimtöle ist ohne fachkundige Produktbewertung nicht sinnvoll.

Ein Tropfen klingt nach wenig. Chemisch kann er trotzdem eine ziemlich große Sache sein.

Wie viel Ceylon-Zimt ist sinnvoll?

Eine allgemein festgelegte ideale Tagesmenge gibt es nicht.

Als Gewürz werden meist kleine Mengen verwendet – von einer Prise bis zu etwa einem Teelöffel, verteilt auf Speisen und Getränke.

Aufgrund seines niedrigen Cumaringehalts ist Ceylon-Zimt für die regelmäßige Verwendung größerer Mengen besser geeignet als Cassia-Zimt.

Daraus folgt jedoch keine Empfehlung, täglich mehrere Esslöffel davon zu verzehren.

In klinischen Studien werden teilweise sehr hohe Dosen von ein bis mehreren Gramm Zimtpulver, standardisierte Extrakte oder Kapseln verwendet.

Diese Dosierungen stellen keine allgemeinen Verzehrempfehlungen für gesunde Menschen dar.

In der Küche wird selten eine therapeutische Dosierung benötigt. Hier ist ein gutes Verhältnis zwischen Aroma und Gericht entscheidend.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Zimt wird in üblichen Mengen, wie sie in Lebensmitteln enthalten sind, von den meisten Menschen gut vertragen.

Möglich sind jedoch:

  • Reizungen im Mund
  • Sodbrennen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautreaktionen
  • Kontaktallergien
  • und in seltenen Fällen unmittelbare allergische Reaktionen.

Zimtaldehyd gehört zu den bekannten Kontaktallergenen.

Reaktionen können unter anderem bei aromatisierten Zahnpasten, Kaugummis, Mundpflegeprodukten und konzentrierten ätherischen Ölen auftreten [22, 23].

Für normale Gewürzmengen gelten jedoch andere Maßstäbe als für täglich eingenommene Kapseln oder Extrakte.

In einer kleinen Phase-I-Studie wurde ein wässriger Ceylon-Zimtextrakt bei 30 gesunden Erwachsenen über einen Zeitraum von drei Monaten in ansteigenden Dosen untersucht. Dabei zeigten sich keine relevanten Veränderungen der Leber-, Nieren- oder Gerinnungswerte. Die Studie war jedoch zu klein, um seltene Nebenwirkungen oder die Langzeitsicherheit der Produkte zu beurteilen [24].

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Fazit: Qualität beginnt beim richtigen Namen

Ceylon-Zimt ist nicht nur eine mildere Alternative zum kräftigen Cassia-Zimt.

Er stammt von einer eigenen Pflanzenart, besitzt eine besonders dünne Innenrinde und wird traditionell aufwendig zu mehrlagigen Stangen verarbeitet. Zudem enthält er nur sehr geringe Mengen Cumarin.

Der Name bezeichnet dennoch keine einzelne Güteklasse. Innerhalb des Ceylon-Zimts existieren verschiedene Handelsklassen, von der besonders feinen Alba-Qualität bis zu den dickeren Hamburg-Klassen.

Als geschützte geografische Angabe steht „Ceylon Cinnamon” seit 2022 in der Europäischen Union für einen klar definierten Zusammenhang aus Sri Lanka, Rohstoff, Herstellung und Produktspezifikation.

In diesem Sinne kann der Name durchaus als Qualitätsversprechen verstanden werden – allerdings nicht als Freibrief für jedes Produkt, das das Wort „Ceylon“ enthält. Botanische Identität, Herkunft, Verarbeitung, Frische und Qualitätskontrolle bleiben entscheidend.

Ernährungswissenschaftlich punktet Ceylon-Zimt vor allem mit seinem Aroma, seinen sekundären Pflanzenstoffen und seinem niedrigen Cumaringehalt.

Studien zu Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten sind zwar interessant, aber zu uneinheitlich und produktspezifisch, um allgemeine Heilversprechen abzuleiten.

Ceylon-Zimt muss nicht gegen Diabetes helfen, Fett verbrennen oder Entzündungen hemmen, um ein wertvolles Gewürz zu sein.

Er bringt Wärme, Süße, Zitrusnoten und Komplexität in eine Mahlzeit. Und manchmal ist die beste Güteklasse eines Lebensmittels genau das: ein hochwertiger Rohstoff, der geschmacklich so viel mitbringt, dass das Marketing keine Wunder mehr erfinden muss.

FAQ - Häufige Fragen zu Ceylon-Zimt

Was ist Ceylon-Zimt?

Ceylon-Zimt wird aus der Innenrinde des Baumes Cinnamomum verum gewonnen. Diese Art stammt ursprünglich aus Sri Lanka und Südindien. In der EU bezeichnet das geschützte „Ceylon Cinnamon“ ein nach festgelegten Vorgaben in Sri Lanka erzeugtes und verarbeitetes Produkt.

Ist Ceylon-Zimt besser als Cassia-Zimt?

Das hängt vom Verwendungszweck ab. Ceylon-Zimt schmeckt feiner und enthält deutlich weniger Cumarin. Deshalb ist er für die Verwendung größerer Mengen besser geeignet. Cassia-Zimt hat ein kräftigeres Aroma und kann für bestimmte Backwaren oder Gewürzmischungen gewünscht sein.

Wie erkennt man echten Ceylon-Zimt?

Ceylon-Zimtstangen bestehen aus vielen dünnen, ineinander gerollten Rindenschichten. Sie sind leicht und brüchig. Cassia-Stangen bestehen dagegen meist aus einer einzelnen, dicken und harten Rindenschicht. Bei Pulver ist eine Unterscheidung ohne verlässliche Kennzeichnung oder Analyse kaum möglich.

Was bedeutet die Güteklasse „Alba”?

Alba ist eine besonders feine Handelsklasse des Ceylon-Zimts. Ihre Stangen besitzen einen kleinen Durchmesser und eine dünne, sorgfältig verarbeitete Rinde. Der Begriff beschreibt jedoch lediglich die physischen Handelsmerkmale und nicht automatisch einen höheren Gehalt an bestimmten gesundheitsbezogenen Stoffen.

Enthält Ceylon-Zimt Cumarin?

Ja, aber nur in sehr geringen Mengen. Cassia-Zimt enthält dagegen im Durchschnitt deutlich mehr Cumarin. Die genauen Werte können dennoch von Charge zu Charge variieren.

Wie viel Ceylon-Zimt kann man täglich essen?

Eine offizielle ideale Tagesmenge gibt es nicht. Übliche Gewürzmengen gelten jedoch für die meisten Menschen als gut verträglich. Aufgrund seines niedrigen Cumaringehalts ist Ceylon-Zimt für den regelmäßigen Einsatz besser geeignet als Cassia-Zimt. Sehr große Mengen oder konzentrierte Präparate sind dennoch nicht automatisch sinnvoll.

Senkt Ceylon-Zimt den Blutzucker?

Insgesamt gibt es für Zimtsupplemente Hinweise auf kleine Veränderungen einzelner Blutzuckerwerte. In vielen Studien wurde jedoch Cassia-Zimt verwendet oder es wurde keine eindeutige Artangabe gemacht. Eine spezifische, verlässliche blutzuckersenkende Wirkung von Küchenmengen Ceylon-Zimt ist nicht belegt.

Ist Zimt gut für die Verdauung?

Ceylon-Zimtrinde wird traditionell bei leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Appetitlosigkeit eingesetzt. Diese traditionelle Arzneiverwendung ist jedoch nicht mit einem umfassenden klinischen Wirksamkeitsnachweis für jedes Lebensmittel, das Zimt enthält, gleichzusetzen.

Ist Ceylon-Zimt während der Schwangerschaft erlaubt?

Von hoch dosierten Extrakten oder Nahrungsergänzungsmitteln ist die Verwendung normaler Mengen als Gewürz zu unterscheiden. Konzentrierte Präparate sollten während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach fachlicher Rücksprache verwendet werden.

Was ist gesünder: Zimtstange oder Zimtpulver?

Bei gleicher Art und Qualität unterscheiden sich beide vor allem in Form und Lagerstabilität. Zimtstangen behalten ihr Aroma häufig länger. Zimtpulver ist einfacher zu dosieren, verliert aber durch seine größere Oberfläche schneller flüchtige Aromastoffe. Eine Zimtstange ist nicht automatisch nährstoffreicher als frisch gemahlenes Pulver.

Quellen

[1] Singh, N.; Rao, A. S.; Nandal, A.; Kumar, S.; Yadav, S. S.; Ganaie, S. A.; Narasimhan, B. (2021): Phytochemical and Pharmacological Review of Cinnamomum verum J. Presl – A Versatile Spice Used in Food and Nutrition. Food Chemistry, 338, 127773. doi: 10.1016/j.foodchem.2020.127773.

[2] Ranasinghe, P.; Pigera, S.; Premakumara, G. A. S.; Galappaththy, P.; Constantine, G. R.; Katulanda, P. (2013): Medicinal Properties of “True” Cinnamon (Cinnamomum zeylanicum): A Systematic Review. BMC Complementary and Alternative Medicine, 13, 275.

[3] Europäische Kommission (2022): Durchführungsverordnung (EU) 2022/144 zur Eintragung des Namens „Ceylon Cinnamon“ als geschützte geografische Angabe; zugehöriges Einziges Dokument 2020/C 208/08.

[4] Bundesinstitut für Risikobewertung (2026): Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln.

[5] Kačániová, M. et al. (2020): Chemical Composition and Antioxidant, Antimicrobial and Antiproliferative Activities of Cinnamomum zeylanicum Bark Essential Oil. Antibiotics, 9, 272.

[6] Jayaprakasha, G. K.; Rao, L. J. M.; Sakariah, K. K. (2003): Volatile Constituents from Cinnamomum zeylanicum Fruit Stalks and Their Antioxidant Activities. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 51, 4344–4348.

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