Tief in deinem Bauch lebt eine Gemeinschaft, die du weder sehen noch hören kannst – und doch beeinflusst sie deine Gefühle heute. Diese Welt besteht aus Billionen von Mikroorganismen: Bakterien, Viren und Hefen. Zusammen bilden sie dein Darmmikrobiom, ein gigantisches Ökosystem, das dich Tag für Tag mit unglaublicher Präzision unterstützt.
Wissenschaftler vergleichen das Mikrobiom heute mit einem tropischen Regenwald: artenreich, dynamisch, empfindlich – und absolut lebenswichtig. Denn ohne dieses Ökosystem könnten wir weder Nährstoffe richtig verarbeiten noch Vitamine bilden oder Krankheitserreger in Schach halten. [11]
Der vielleicht wichtigste Befund der letzten Jahre: Je vielfältiger dein Mikrobiom, desto gesünder bist du.
Ein artenreiches Mikrobiom kann sich besser an Stress, Ernährungsumstellungen oder Infektionen anpassen. Es produziert entzündungshemmende Substanzen, schützt die Darmschleimhaut und verhindert, dass schädliche Bakterien überhandnehmen. Anders gesagt: Diversität ist Resilienz. [12,13]
Einen eindrucksvollen Beleg dafür lieferte das American Gut Project, eine der weltweit größten Mikrobiom-Studien mit über 10.000 Teilnehmern. Die Forscher fanden heraus:
„Mehr Pflanzenvielfalt auf dem Teller führt zu mehr mikrobakterieller Vielfalt im Darm – und das wiederum zu mehr Gesundheit.“ – American Gut Project, 2018
Menschen, die mehr als 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche essen, besitzen eine signifikant vielfältigere Darmflora als jene, die weniger als 10 essen. [14]
Nicht die perfekte Diät ist entscheidend, sondern Abwechslung.
Karotte, Kichererbse, Koriander? Zählt.
Haferflocken, Walnüsse, Heidelbeeren? Zählt auch.
Jede neue Sorte liefert anderen Bakterienarten das Futter, das sie benötigen. Je mehr Arten du versorgst, desto stabiler wird dein inneres Gleichgewicht.
Wissenschaftler vermuten, dass dies mit der Produktion bestimmter Neurotransmitter, wie beispielsweise GABA und Serotonin, im Darm zusammenhängt. Diese werden wiederum durch das Mikrobiom beeinflusst. [15]